Deutsche Bahn AG startet erfolgreich mit neuem Online-Format

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Deutsche Bahn AG startet erfolgreich mit neuem Online-Format
 

 
Der Technische Projektleiter Dirk Schütz (im Bild) informierte am 28.04.2020 die interessierten Bürger*innen über die geplante Schnellfahrstrecke und den aktuellen Sachstand im Online-Vortrag.

Die ursprünglich am 28. April 2020 im Gemeindezentrum geplante Informations¬veranstaltung für die Gemeinde Neuhof musste wegen des Coronavirus abgesagt werden. Dafür bot die Deutsche Bahn an diesem Abend interessierten Bürgerinnen und Bürgern aktuelle Online-Informationen für den nördlichen Bereich zwischen Eichenzell, Flieden, Neuhof bis zum Anschluss an die Schnellbahnstrecke Fulda-Würzburg bei Kalbach. Auch die 19. Sitzung des Dialogforums der DB Netz AG am 5. Mai 2020 fand für die Teilnehmer erstmals im Online-Format statt.
Dirk Schütz, Projektleiter der DB Netz AG stellte zunächst rund 30 Minuten den aktuellen Planungsstand der Neubaustrecke (NBS) Hanau-Gelnhausen-Kalbach und die veränderten Bewertungsparameter im Vergleich der Varianten und zur Bestandsstrecke vor. Dabei blickte er genauer auf die Gebiete rund um Neuhof, Eichenzell, Flieden und Kalbach. In einer einstündigen Fragerunde ging er dezidiert auf die zahlreichen Fragen von den rund fünfhundert Online-Zuschauern ein, die schriftlich über Internet ihre Fragen stellen konnten.
Viele Fragen gab es zum Lärmschutz auf der Neubau- und auf der Bestandsstrecke sowie zur Variantenentscheidung. Wie hoch sind die Zugszahlen und wie verändert sich der Lärmpegel bei Tag und Nacht? Wie hoch werden die Lärmschutzwände? Gibt es auf dem Brückenbauwerk der Schnellbahntrasse Hannover-Würzburg über das Fliedetal ebenfalls Lärmschutz? Schütz konnte nicht zu allen Fragen zum Lärmschutz greifbare Antworten geben, da hierfür die konkreten Planungen erst im Planfeststellungsverfahren anstehen. Die Schnellzüge sollen in 10-12 Jahren komplett über die Neubaustrecke fahren, Güterzüge sollen nachts komplett auf die Neubaustrecke verlagert werden, so werde die Bestandsstrecke entlastet. Tagsüber soll der Regionalverkehr auf der Bestandsstrecke deutlich ausgebaut werden – vom derzeitigen Stunden- zu einem künftigen 30 Minuten-Takt von Regionalexpress und Regionalbahn.
Zu Beginn der Online-Veranstaltung zeigte die Deutsche Bahn auch den neuen Überflugfilm. Die detaillierte Animation zeigt die geplante Schnellbahntrasse der Neubaustrecke von Gelnhausen bis Kalbach, die 44 Kilometer umfasst. Auf einen fassbaren Zeitrahmen wollte sich Schütz nicht festlegen. Weitere Informationen zum Bau der Bahnstrecke im Kinzigtal und den Überflugfilm gibt es im Internet. Eine Übersicht aller Fragen und Antworten vom 28. April 2020 soll online gestellt werden.
 

 
Hintergrundinformationen:
Die beiden neuen Gleise werden den Engpass einer der am meisten befahrenen Bahnstrecken Deutschlands zwischen Fulda und Frankfurt beseitigen. Die geplante Neubaustrecke verläuft fernab von Siedlungen und überwiegend im Tunnel zwischen Gelnhausen und Kalbach (bei Fulda). Deshalb gilt in Zukunft: Mehr Züge, weniger Lärm. Für die Region ermöglicht der Ausbau mehr und schnellere Nahverkehrszüge für die vielen Pendler. Für den Fernverkehr bedeutet die neue Strecke mehr als 10 Minuten kürzere Fahrzeiten. Insgesamt wächst die Kapazität für mehr klima-freundliche Züge im Güter-, Fern- und Nahverkehr.
Die geplante Neubaustrecke führt von Gelnhausen 45 Kilometer nach Kalbach. Zwei Drittel der Strecke (31 Kilometer) sollen unterirdisch verlaufen, um gerade Anwohner vor Lärm zu schützen. Dazu sind drei Kilometer Brücken im Konzept enthalten. Von Frankfurt am Main bis Fulda wird nach Fertigstellung eine Fahrtzeit von 42 Minuten angesetzt. In den meisten Bereichen wird dabei im Fernverkehr eine Geschwindigkeit von 250 Kilometer pro Stunde erreicht. Durch die Verlagerung der Fernzüge auf die Schnellbahntrasse werden auch Vorteile für den Nahverkehr erreicht. Der RMV entwarf bereits ein Modell, dass dann auf den Bestandsstrecken, Regionalbahnen im Halb-Stunden-Takt fahren könnten. Damit wäre der ÖPNV auch in unserer Region langfristig für Arbeitnehmer und auch für Schüler und Studenten attraktiver.
Die Trassenvariante IV verläuft von Gelnhausen nach Norden dem Kinzigtal folgend und den Kinzigstausee südöstlich umfahrend. Bei Schlüchtern ist eine Verknüpfung mit der Bestandsstrecke möglich, von dort geht die Schnellbahnstrecke in einem 10 Km langen Tunnel nach Nordosten, mit Anbindung an die Schnellfahrstrecke Hannover-Fulda-Würzburg bei Mittelkalbach.
Die Antragsvariante IV hatte sich aus 1.000 Varianten, von denen 13 in die engere Auswahl kamen, herauskristallisiert. Seit dem Jahr 2014 laufen die Planungen, dazu gehören über 50 Sitzungen und 300 Beteiligte etwa bei den Beteiligungsforen. Der Abschnitt von Hanau nach Gelnhausen wird gesondert als Ausbaustrecke geplant. Der genaue Streckenverlauf ab Gelnhausen in Richtung Fulda ist noch nicht geplant. Die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren wurden von der Bahn beim Regierungspräsidium Darmstadt und Kassel eingereicht. Die Öffentlichkeit wird in das Beteiligungsverfahren einbezogen. Hierzu werden im Zeitraum vom 2. Juni bis 30. September 2020 für jedermann zur allgemeinen Einsichtnahme verschiedene Optionen angeboten. Gegenstand des Raumordnungsverfahrens ist neben der Prüfung von Antragsvarianten auch die Prüfung der Trassenalternativen. Die konkreten technischen Planungen mit allen Prüfungsvorgaben etwa zur Bodenbeschaffenheit und Umweltfragen können erst im Planfeststellungsverfahren gestartet werden. Zur Beschleunigung des Projekts wird bereits die Baugrund-Untersuchung für die Planfeststellung durchgeführt. Tatsächlich gebaut werden darf erst danach. Die Bauzeit wird dann rund fünf Jahre dauern – also frühestens im Jahre 2032 werden die ersten Züge über die Neubaustrecke fahren.

Links zu aktuellen Filmen, Dokumenten und Präsentation der DB Netz AG finden Sie unter:

2020-05-13T07:51:04+02:00 13.05.2020|Pressemitteilungen|

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